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Turnkunst trifft Alpenzauber: Wölflinswiler Turnshow überzeugt mit Präzision, Emotionen und Humor

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Turnshow 2026
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Die Turnenden Vereine Wölflinswil begeisterten an 6 restlos ausverkauften Vorstellungen über 1800 Gäste mit ihrer Turnshow im Skigebiet «Strihe-Alp».

Das Fricktal ist um eine Attraktion reicher, zumindest wenn es nach der Turnfamilie Wölflinswil geht. In stundenlanger Fronarbeit und mit bemerkenswerter Liebe zum Detail haben sie ihre Turnhalle in ein perfektes Skigebiet zu Ehren des Hausbergs «Strihe» verwandelt. Ein beleuchtetes Pistenfahrzeug begrüsste die Gäste am Eingang auf selbst produzierten Schneemassen. Pünktlich zur Premiere doppelte Petrus mit echten Flocken kräftig nach und machte die Illusion perfekt. Innen überraschte ein handgemaltes Panorama-Gemälde der örtlichen Winterlandschaft mit hunderten verschneiten Tannen genauso, wie eine echte Gondel an der Hallendecke oder die nostalgischen Holz-Skibügel an zwei Skiliften. Wer sich eines der heissbegehrten Bergbahnbillette für die 6 Shows im Januar sichern konnte, musste trainierte Hände mitbringen, denn hier gabs einiges zu beklatschen. Ein Blick auf den Pistenplan verriet mit den 16 als Abfahrten getarnten Auftritten sofort, dass hier jeder Wintersportfan auf seine Kosten kommt.
Schon die kleinen Geräteturn-Elsas und -Olafs entzückten in ihren Kostümen mit Rondats, Rädern und stilechtem Flechtzopf. Beim «Schneesturm» des älteren Geräteturn-Nachwuchses zeigte sich, wohin die wöchentlichen Trainings führen: Gestreckte Überschläge und Salti flogen dem Publikum bei packender Musik wie Flocken aus der Schneekanone um die Ohren. Temporeich ging es auch bei den grossen Jugi-Kids bei ihrer Schneeballschlacht auf dem Trampolin zur Sache. Als Kontrast diente federleichte aber dennoch olympisch anspruchsreiche Eleganz, die DTV und TV beim akrobatischen Paarlauf aufs imaginäre Eis zauberten. Auch die perfekt austarierten Schwerpunkte und anmutig fliessenden Bewegungen, von einer Balance-Figur in die nächste, versetzten das Publikum beim Akro-Yoga-Gipfelsturm in Staunen. Die allerjüngsten Geräteturner*innen trainierten das beliebte Maskottchen Snowli auf dem Zauberteppich für den Skiweltcup. Apropos Weltcup, die erste Strihe-Alp Abfahrt der Herren startete mit einer rasanten Barrenübung, die fordernde Kraftelemente zeigte. Trotz Rennunterbruch durch einen Wolf auf der Piste konnte der TV den bekannten Schweizer Hoffnungen zum Sieg verhelfen. Doch nicht nur analoger Muskeleinsatz machten den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis: Progressive Licht- und Tontechnik von TomyTomy Veranstaltungstechnik untermalte die Darbietungen harmonisch, ohne den Turnenden die Show zu stehlen. Zum Beispiel als sanfte Nordlichter, die für eine mystische Stimmung beim Pisten präparieren sorgten, wenn die Jüngsten der Jugi ihre Interpretation der «Helden der Nacht» zu samischen Klängen präsentierten. Zwischen den Nummern gab es einiges umzubauen, dafür sorgten im Hintergrund scheinbar geräuschlos zahlreiche helfende Hände. Währenddessen wurden die Lachmuskeln des Publikums mit kreativen Zwischennummern trainiert. Für echte Retro-Gefühle sorgte die Homage an das legendäre Cabaret Rotstift mit einer leichten Neuinterpretation des berühmten Sketches «Am Skilift».

Nach all dem schweisstreibenden Wintersport kam eine Pause in der «Rudel Hütte» gerade richtig. Das Service-Personal von MTV und DTV brachte die Halle mit ihrem Pistenfieber-Reigen zum Kochen und spätestens beim «Wackelkontakt» sangen alle mit. Doch es war noch etwas zu früh, um im Aprés Ski hängen zu bleiben, denn weiter ging die Fahrt mit den anspruchs- und schwungvollen Sessellift-Abgängen (ohne Skis) die uns DTV und TV am Reck vorschlugen. Das Prädikat stark, im wahrsten Sinne des Wortes, verdiente sich die Darbietung stählerner Muskelkraft der fliegenden Mechaniker an den Trapezen in der Hallenmitte. Die gewagten Kraftelemente in der Höhe sorgen für tosenden Applaus und Gänsehaut pur. Wenn die aktiven Turner*innen beim «Gletschertanz» auf dem weissen Airtrack powervolle Salti, Überschläge und Hechtrollen mit Leichtigkeit und beeindruckenden Geschwindigkeit aneinanderreihten, tauchte bei den auswärtigen Gästen die berechtigte Frage auf, ob sich die Wölflinswiler*innen alle so am Morgen ihre Brötchen beim Beck holen. Apropos auswärtige Gäste, das liebevolle Necken des Nachbarsdorfes hat an der Turnshow Tradition und die passende Retour-Kutsche ist bestimmt bereits in Vorbereitung. In der obligaten Spassnummer der Herren nahm Wölflinswil den ESC 25 kräftig auf die Schneeschippe. Sandra und Hazel wirkten mit Bartwuchs nicht ganz original, dafür aber eine Vielzahl der übrigen Kostüme und selbstgemachten Accessoires. Dabei stellte sich auch heraus, dass saunieren im Fricktal fast noch schöner ist als in Schweden.
Nach drei Stunden bester Unterhaltung mahnte uns der DTV zur Heimfahrt aus dem coolsten und neusten Skigebiet der Schweiz. Stehenden Ovationen begleiteten den Abschiedsauftritt der Turnfamilie Wölflinswil an der Dernière. Den grossen Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung sowie die Faszination und Leidenschaft für den Turnsport, den die Turnfamilie Wölflinswil alle zwei Jahre unter Beweis stellt, überträgt sich auf das Publikum. Voller Glücksgefühle und mit Vorfreude auf die Turnshow 2028 strömten die Gäste in die eisgekühlte Nachtluft oder in die Schittli-Bar für den Aprés Ski bis in die Morgenstunden.

 

 

 

Autorin:

Manuela Eggimann